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Viel Zeit vor dem Bildschirm schlecht für die Entwicklung des Kindes

Kinder, die mehr Zeit vor einem Bildschirm verbringen, schneiden in verschiedenen Tests schlechter ab. Zu diesem Schluss kommen Forscher unter anderem der University of Calgary.

Die Wissenschaftler untersuchten die Entwicklung von 2.400 Kindern zwischen zwei und fünf Jahren im Zusammenhang mit der Zeit, die sie vor einem Computerbildschirm, am Handy oder vor dem Fernseher verbrachten. „Neu an dieser Studie ist, dass wir sehr kleine Kinder untersuchen. In diesem Alter entwickelt sich das Gehirn sehr schnell“, so Dr. Sheri Madigan im Guardian.

Für die Studie mussten Mütter angeben, wie viel Zeit ihr Kind im Alter von zwei, drei und fünf Jahren vor einem Bildschirm verbrachte. Außerdem füllten sie standardisierte Fragebögen zur Entwicklung ihres Kindes aus. Unter anderem wurde gefragt, inwieweit das Kind bestimmte Formen zeichnen, Sätze bilden und Verhalten nachahmen konnte. Andere Faktoren wie Schlaf und Vorlesen wurden in der Studie, die in der Fachzeitschrift JAMA Pediatrics erschien, berücksichtigt.

Im Durchschnitt verbrachten Kinder mit zwei Jahren siebzehn Stunden pro Woche mit Fernseher oder Tablet. Mit drei Jahren waren es 25 Stunden pro Woche, und mit fünf Jahren ging die Bildschirmzeit auf elf Stunden zurück. Laut dem Forschungsteam zeigte sich ein klarer Trend: Je mehr Zeit Kinder vor einem Bildschirm verbrachten, desto schlechter schnitten sie in den Entwicklungstests ab. „Übermäßige Bildschirmzeit kann verhindern, dass sich Kinder optimal entwickeln“, schreiben die Wissenschaftler. „Wenn kleine Kinder auf einen Bildschirm starren, verpassen sie wichtige Gelegenheiten, zwischenmenschliche, motorische und kommunikative Fähigkeiten zu entwickeln“, heißt es weiter.

Die Forscher folgern, dass es einen klaren Zusammenhang zwischen mehr Bildschirmzeit im Alter von 24 Monaten und schlechteren Ergebnissen im Alter von 36 Monaten gibt. Das Gleiche gilt für den Einfluss von mehr Bildschirmzeit mit 36 Monaten auf schlechtere Leistungen mit sechzig Monaten.

Obwohl die Ergebnisse bei mehr Bildschirmzeit schlechter waren, bedeutete ein schlechtes Ergebnis nicht immer, dass ein Kind viel auf einen Bildschirm geschaut hatte. Das spricht für die Hypothese, dass mehr Bildschirmzeit zu schlechteren Ergebnissen führt und nicht ein anderer, unbekannter Faktor.

Laut den Forschern geht mehr Bildschirmzeit zulasten der Entwicklung sozialer Fähigkeiten, von Sprache und Sprechen, Bewegung und anderen Grundfertigkeiten. Eine feste Zeitgrenze, ab der Bildschirmzeit schädlich wird, lässt sich allerdings nicht nennen. Interaktive Programme, die Kinder zum Bewegen oder Reagieren auffordern, sind für die Entwicklung möglicherweise weniger nachteilig.

Quelle: Gezondheidsnet

 

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