Suchthilfeeinrichtungen in den Niederlanden setzen immer stärker auf die Vorbeugung von Spielsucht bei Kindern. Schon früh werden Kinder aufgeklärt, und auch Eltern werden bei speziellen Abenden informiert.
Die psychiatrische Einrichtung Indigo sagt, dass viele Eltern mit dem Spielverhalten ihres Kindes kämpfen. Eine Studie des Niederländischen Jugendinstituts zeigt, dass 33 Prozent der Grundschülerinnen und -schüler und 27 Prozent der Schülerinnen und Schüler weiterführender Schulen täglich spielen.
Von den spielenden Grundschulkindern tut das mehr als die Hälfte 1 bis 4 Stunden am Stück. 10 Prozent spielen sogar länger als 4 Stunden am Stück. Trotzdem geht es laut der Einrichtung nicht um die Zahl der Stunden. „Man muss schauen, was rund um das Kind passiert“, erklärt Leo de Pan von Indigo. „Macht es noch seine Hausaufgaben? Spielt es noch mit Freunden?“
‚Wann gerät es außer Kontrolle?‘
Fast jede Woche veranstaltet Indigo Informationsabende an Grundschulen. „Wir sprechen nicht nur mit den Schülerinnen und Schülern, sondern auch mit den Eltern. Sie werden eingeladen, über das Spielen zu sprechen. Wann gerät es außer Kontrolle?“
Laut De Pan ist nicht viel los, wenn ein Kind neben dem Spielen auch andere Hobbys hat und sich Zeit für Freunde nimmt. „Wenn es neben dem Spielen zu nichts anderem mehr kommt, dann ist es ein Problem.“
‚Wir kommen mit ihnen ins Gespräch‘
Kelly Roelofs arbeitet für die Stiftung Be Aware und unterrichtet zum Thema Spielsucht. „Wir wollen Kindern zeigen, wie es um ihr Spielverhalten steht. Wir kommen mit ihnen ins Gespräch“, erzählt sie der niederländischen Sendung Editie NL.
Und das sind andere Gespräche als zum Beispiel über Rauchen und Alkohol. „Beim Spielen kann man Kindern weniger leicht erklären, worin der Schaden liegt. Deshalb versuchen wir, die Schülerinnen und Schüler selbst über ihr eigenes Spielverhalten nachdenken zu lassen.“
‚Sag nie, dass es spielsüchtig ist‘
Laut Leo de Pan haben aber auch Eltern eine wichtige Aufgabe. „Erwachsene verstehen das Spielen nicht. Spiel einmal mit, dann bekommst du ein besseres Bild davon.“ Und sei vorsichtig, wie du dein Kind ansprichst: „Sag nie, dass es spielsüchtig ist. Dann gehen alle Türen zu.“
Dass schon in der Grundschule aufgeklärt wird, ist laut De Pan wichtig. „Man muss rechtzeitig dran sein. Wenn du dich als Elternteil von Anfang an interessiert zeigst und zuschaust, lädst du dein Kind ein, mehr über das Spielen zu erzählen. Wenn du das nicht tust, wird es später zum Problem.“
Quelle: RTL Nieuws
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